Franziska Gänsler: Wie Inseln im Licht

(Rezensionsexemplar)

Vier Tage sind seit ihrem Tod vergangen, und seitdem ist meine Zeitrechnung eine andere. Meine Erinnerung an die letzten Tage ist nicht linear, da sind nur Szenen, die aufscheinen, wie Lichter auf einer bewegten Oberfläche. Plötzlich und ohne dass sie mir verbunden erscheinen.“
 
Wir begleiten hier die Protagonistin Zoey auf einer emotionalen Reise, die voller Geheimnisse, Verlust und Hoffnung steckt. Der Roman beginnt mit dem Tod ihrer Mutter. Vor 20 Jahren ist Oda, Zoeys kleine Schwester, verschwunden. Seitdem herrschte zwischen Zoey und ihrer Mutter ein unüberwindbares Schweigen. Die Mutter konnte und wollte nicht über das Verschwinden der Schwester reden, was Zoey schon seit Jahren beschäftigt. Auch der Vater, der selten kommt, um mit Zoey etwas zu unternehmen, schweigt. Zoey weiß nichts über ihre Familie, ihre Schwester oder sonst etwas. Allein mit ihrer depressiven Mutter ist sie vor dem Fernseher in Berlin aufgewachsen. Später übernahm sie die Pflege ihrer Mutter. Der Tod der Mutter bringt Zoey dazu, sich auf die Suche nach ihrer lang verschwundenen Schwester zu begeben. So fährt sie in die alte Heimat nach Frankreich, wo sie zu dritt in einem Wohnwagen gelebt haben. Ja, dort möchte sie nicht nur die Asche ihrer Mutter verstreuen, sondern auch endlich Antworten über das Verschwinden ihrer Schwester finden. Dabei tauchen die Leser*innen ein in eine Welt abseits der Behörden, in der Menschen ihre eigenen Regeln leben und Geheimnisse bewahren.

Das Buch war unglaublich spannend, während wir Zoey auf ihrer Suche nach ihrer verschwundenen Schwester begleiten. Die Geschichte ist gezeichnet von Verlust, Trauer und auch Hoffnung. Zugegeben, ich habe etwas gebraucht, um in das Buch einzufinden, aber dann hat es mich so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Autorin spielt gekonnt mit den Worten und schafft es, die Atmosphäre der Orte so lebendig zu beschreiben, dass ich förmlich den Sand der Dünen spürte und den Wohnwagenplatz vor Augen hatte, während ich mit Zoey auf ihrer Suche nach Antworten mitgefiebert habe.

Ein fesselnder Roman, der nicht nur eine packende Geschichte erzählt, sondern auch zum Nachdenken über Familie, Verlust und die Suche nach Identität anregt. Ein absolutes Muss für Fans von atmosphärischen und emotionalen Romanen.

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